Garten- und Wassertherapie

Garten- und Wassertherapie(Tottori and Shimane)

Hallo, ich bin Shin, einheimischer Reiseführer für die Region San’in (die Präfekturen Tottori und Shimane) und begeisterter Hobbyfotograf. San’in ist die am dünnsten besiedelte und am wenigsten durch menschliche Eingriffe veränderte Region Japans, und dabei nur 3 Busstunden von der Region Kansai (Osaka und Kyoto) entfernt. Die Stadt Yonago liegt fast im Zentrum San’ins, und in ihrem näheren Umkreis finden sich gleich mehrere besonders lohnende Besuchsziele. So stehen der Berg Daisen und das Adachi-Kunstmuseum dem Miyajima-Schrein (bei Hiroshima) oder dem Fushimi-Inari-Shrein in Kyoto in nichts nach, sind aber bei Weitem nicht so überlaufen wie diese touristischen Hotspots.  Mein Rat an alle, die das “andere” Japan kennenlernen und den Touristenströmen ausweichen möchten, lautet daher, einen Abstecher nach San’in zu machen.


Mein Lieblingsort ist der Daisen, der eines der größten Süßwasserreservoirs in Japan bereithält und rund 12 Quellen in seinem Umkreis verzeichnet, von denen jede eine enorme Menge an bestem, klarem Trinkwasser liefert, nicht zuletzt dank des weitläufigen Waldgebiets, das als Wasserspeicher fungiert.    


Am Daisen hat sich eine bedeutende Getränkeindustrie niedergelassen, woran man sieht, wie stabil die Wasserversorgung und wie hoch die Qualität des Wassers dort ist. In diesem Artikel möchte Ihnen meine drei bevorzugten Wasserstätten vorstellen: Goshinsui, Hongu no Izumi und Ame no Manai. Alle drei sind traumhaft schöne Quellorte, mit herrlich frischer Luft und idyllischen Bauerndörfen ringsum. 


Goshinsui:

Schon wenn man aus dem Auto steigt, spürt man die frische Luft in den Lungen, und nach einem Fußmarsch von 15 Minuten kommt am Ende des Zugangs zum Ogamiyama-Schrein die Goshinsui-Quelle in Sicht.  Ihr Wasser ist herrlich frisch mit einem erdigen Geschmack. Dies ist die dem Daisen am nächsten gelegene Quelle, und nicht zuletzt dank ihrer bezaubernden Atmosphäre wird sie von den Besuchern des Schreins zur rituellen Reinigung genutzt. Ich möchte auch Sie einladen, sich an dieser besonderen Atmosphäre und dem Wasser zu erquicken, das ein langes Leben verspricht!


Hongu no Izumi: 

Dies ist meine absolute Lieblingsquelle. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel Quellwasser ein einziger Ort am Daisen hervorbringt. Ich habe viele Berge in Japan besucht, darunter den Fuji und die japanischen Alpen, aber nirgends sonst habe ich so viel Wasser gesehen wie hier, das man direkt von der Quelle trinken kann.    


Es gibt hier einen malerischen Teich und einen Bambuswald, um einen geruhsamen Spaziergang zu unternehmen. Ich sitze auch gern einfach nur am Wasser und lausche dem Plätschern, während ich die Szenerie der Quelle in mich aufnehme. Dieser Ort ist wie gemacht, um sich auf einer Bank zu entspannen, die Natur zu genießen und im Frühling den Forellen zuzusehen.


Ame no Manai:

Auch diese herrliche Quelle, die außerdem ein Bauerndorf bezeichnet, ist einer meiner bevorzugten Plätze. Ame no Manai bedeutet “Himmlische Wasserquelle”, woran man sieht, wie sehr die Menschen in dieser privilegierten Gegend ihre Quelle wertschätzen.  

Auch diese Quelle bringt schier unglaubliche Wassermengen hervor (ca. 2.500t/Tag). Man erreicht sie nach einem kurzen Spaziergang vom Parkplatz durch eine ländliche Szenerie mit Reisfeldern, Persimonenbäumen, Blumen und spielenden Kindern. Und in dem Restaurant auf der anderen Seite des Parkplatzes hat der Besucher Gelegenheit, köstliche Soba-Nudeln (Buchweizennudeln) zu probieren. 


Am Daisen befindet sich der wunderschöne Ogamiyama-Schrein, ein Shinto-Schrein, den man sich nicht entgehen lassen sollte. VomDaisenji-Parkplatz sind es nur 15 Minuten zu Fuß, und sobald man das Torii-Tor zum Schrein durchschritten hat, wandelt man entlang einer herrlichen grünen Allee, die von roten Laternen gesäumt ist.  



Im Herbst ist der Weg noch dazu in das leuchtend bunte Laub der Bäume getaucht, und man atmet die reine Bergluft und spürt die Frische des Nebels auf der Haut. Wenn man sich dem kunstvoll gestalteten Eingang nähert, ist man ergriffen von der Erhabenheit dieses majestätischen Schreins inmitten des dichten Waldes.  


Zum Mittagessen empfehle ich die Soba-Nudeln dieser Gegend. Seitdem ich Besucher hierher führe, freue ich mich jedesmal auf diese delikate Speise, die eine berühmte Spezialität der Region ist. Soba-Nudeln sind milder im Geschmack als Ramen-Nudeln und entfalten ein sehr feines und typisch japanisches Aroma. Die traditionelle Zubereitungsart in dieser Gegend ist Kowake-Soba, wobei kleine Soba-Portionen mit Würzsaucen in drei gestapelten Tellern serviert werden. Die winzigen hübschen Buchweizenblüten, aus denen später Soba gewonnen wird, kann man von Sommer bis Herbst überall auf den Feldern sehen.      


Ein weiteres Highlight der Region ist das Adachi-Kunstmuseum (Adachi Museum of Art), das seit über 16 Jahren in Folge mit seinem japanischen Garten Jahr für Jahr den ersten Preis holt, und tatsächlich ist dieser Garten mit nichts zu vergleichen. 


Er ist nicht nur unbeschreiblich schön, sondern mit den dramatischen Veränderungen, die er im Wechsel der Jahreszeiten entfaltet, auch voller Spannung. Eine weitere Besonderheit dieses Museums ist die Darbietung verschiedener Arten japanischer Gärten: mit Wasser, ohne Wasser, mit Moos usw. Und dieses Museum präsentiert auch innovative Kunst, wie etwa das lebende Bild und lebende Rollbild, durch die wir den Garten wie in einen Bilderrahmen platziert sehen. Der jeweilige Unterschied ist frappierend, selbst bei ein und demselben Garten. Beim Fotografieren lässt es sich in der Regel nicht vermeiden, dass andere Besucher durchs Bild laufen, aber dies verleiht den Fotos oft einen ganz besonderen Reiz. Wenn Sie den Anblick aber lieber für sich alleine haben wollen, empfehle ich Ihnen, das Museum erst eine Stunde vor der Schließung zu besuchen.  


Natürlich birgt das Museum auch einen immensen Schatz japanischer Gemälde, mit Schwerpunkt auf dem Werk von Taikan Yokoyama, dessen Ansichten vom Fuji besonders berühmt sind. Aber ebenso sehenswert sind die anderen Formen japanischer Kunst, wie Keramik und antike Kunstgegenstände. Und wenn Sie dann noch Zeit haben, sollten Sie sich eine Pause im Museumscafé gönnen, das sich direkt am Hauptgarten befindet.   


 

Auch wenn der Daisen und das Adachi-Kunstmuseum etwas abseits von den Stadtzentren liegen, sind Sie immer einen Besuch wert, um ein “anderes” Japan zu entdecken und zu genießen! 


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