NACHHALTIG LEBEN IN JAPANS BERGDÖRFERN

Tomi Matsubas Botschaft bei der Unesco-Konferenz(Shimane)



Im Städtchen Omori gibt es eine Einrichtung namens Iwami-Ginzan GUNGENDO, die der Forschung über die Weltkulturerbestätte Iwami Ginzan gewidmet ist. Mit einer Philosophie, zu der auch die Wertschätzung und detailversessene Verarbeitung selbst des kleinsten Fadens seiner Modeaccessoires und Kleidungsstücke gehört, propagiert dieses Unternehmen einen Bekleidungs-, Ernährungs- und Lebensstil, der sich wohltuend von der Fast Fashion der modernen Wegwerfgesellschaft abhebt.

Der Designer und Geschäftsführer des Unternehmens, Tomi Matsuba, wurde sogar von der UNESCO zu ihrer Internationalen Konferenz in Bangkok eingeladen, wo er einen Vortrag zum Thema “Was können wir für eine nachhaltige Gesellschaft tun?” hielt.


Tomi Matsuba kam, damals frisch verheiratet, vor 35 Jahren nach Omori. Damals war die Silbermine des Ortes stillgelegt worden, die Bevölkerungszahl rückläufig und die Ära des Bergbaus im Niedergang begriffen. Doch seit der Zeit, als Tomi erstmals diese Gegend besuchte, hat sie einen stetigen Aufschwung erfahren, denn die Einheimischen erkannten, dass sie den Reiz und die Kraft dieser geheimnisumwitterten Region mit ihrer langen Bergbaugeschichte und der über die Jahrhunderte weitergegebenen Lebensweise zu ihren Gunsten nutzen könnten. 

  

Wenn wir Menschen uns der Natur zuwenden, achten wir in der Regel nur darauf, was sich über dem Erdboden tut, ob etwa Knospen austreiben, die Blumen blühen oder  Früchte heranreifen. Doch dabei vergessen wir, dass alles Wachsen und Blühen dieser Pflanzen nur dank ihrer Wurzeln möglich ist, die mit der Erde verwoben sind und sie oft sehr großflächig durchziehen. Das Gleiche gilt für die Menschen in Omori, die ein im wahrsten Sinne des Wortes “verwurzeltes Leben” führen, wie es nicht nur für Pflanzen, sondern auch für Menschen und Tiere lebensnotwendig ist.






Diese Philosophie des “Verwurzelten Lebens” beinhaltet auch das Konzept der Restauration und Innovation. Damit ist nicht gemeint, sich des Alten zu entledigen, sondern sich seiner weiterhin zu bedienen und mit den Erkenntnissen und Erfahrungen, die man aus der Vergangenheit gewonnen hat, in der Gegenwart neue Dinge und Räume in neuen Formen zu schaffen. Diese nachhaltige Lebensweise, die sich inzwischen weltweit verbreitet hat, entstammt der Lebenswelt der Bergdörfer.   

In Iwami Ginzan steht ein altmodisches Haus namens Takyo-Abeke. Dieses Gebäude wurde eigens zu dem Zweck wiederaufgebaut, das Konzept der Restauration und Innovation zu verdeutlichen und weiterzugeben. Vor seinem Erwerb vor 13 Jahren war es ein Samurai-Domizil mit einer über 230-jährigen Geschichte. Heute ist das Gebäude eine Pension, die Tomi-san, während sie darin wohnte, liebevoll restauriert hat. Wer dort Quartier bezieht, kann sich ausgiebig mit Tomi-san über die Philosophie des “Verwurzelten Lebens” und eine nachhaltige Lebensweise unterhalten und sich dabei ihre Hausmacherkost auf Basis regionaler Produkte schmecken lassen. 





Sie können den Erzählungen von Tomi Matsuba auch auf dem Weg nach Iwami Ginzan lauschen. Warum also nicht eine Wanderung zu dieser faszinierenden historischen Stätte unternehmen?  

Quellenhinweis: 

Tomi Matsuba wurde als Redner zur Unesco-Konferenz in Bangkok eingeladen. Hier finden Sie die URL zu dem Artikel über seinen Vortrag.

UNESCO Bangkok : Thailand’s inspiration for a Japanese sustainability pioneer

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