DIE GEISTER VON SAN’IN UND IHR SCHÖPFER KOIZUMI YAKUMO

Geister von San’in(Matsue, Shimane)

Koizumi Yakumo, mit echtem Namen Lafcadio Hearn, wurde im Jahr 1850 auf der griechischen Insel Lefkada geboren. Im Alter von zwei Jahren verschlug es ihn ins irische   Dublin, wo sein Vater und seine Großeltern lebten. Als er heranwuchs, stellte er fest, dass ihm der strenge irische Katholizismus nicht zusagte, und so wandte er sich unter dem Einfluss der Volksmärchen, die ihm seine Nanny Catherine vorzulesen pflegte, mehr und mehr der traditionellen keltischen Kultur zu. Auf seinen späteren Reisen um die Welt gelangte Hearn 1890 nach Japan, wo er in der Stadt Matsue in der Präfektur Shimane eine Stelle als Englischlehrer annahm. In dieser Zeit heiratete er Koizumi Setsu, eine Tochter aus dem Matsue-Clan. Als er schließlich japanischer Staatsbürger wurde, nahm er den Namen Koizumi Yakumo an.


Während seiner Tätigkeit als Journalist in den Vereinigten Staaten befasste er sich mit vielen alten Legenden und Traditionen, manche bedrückend, manche befremdlich und geheimnisvoll, die er niederschrieb und veröffentlichte, um schließlich seine eigenen Gespenstergeschichten und literarischen Werke herauszugeben. Unter seinen vielen Gespenstergeschichten finden sich einige, die auch in Japan bekannt sind, wie etwa  

“Hoichi the Earless”, “Rokurokubi”, “Mujina (Faceless Ghost)” und “Snow Woman.”

In der Nähe der Burg Matsue gibt es ein Museum zum Gedenken an Koizumi Yakumo, wo der Besucher alles über das Leben und Schaffen dieses vielseitigen Autors erfährt, etwa mittels Exponaten seiner Werke mit begleitenden Erläuterungen. Das Museum leistet auch einen Beitrag zum Austausch von Informationen über Koizumi mit den Orten, an denen er lebte oder wirkte, sowie mit Menschen auf der ganzen Welt, die mehr über ihn erfahren möchten. Noch greifbarer werden seine Gespenstergeschichten durch die Tatsache, dass im näheren Umkreis einige der Orte liegen, an denen sie ihren Ursprung haben.  So soll im Turm von Burg Matsue der Geist einer Frau hausen, und an der Großbrücke von Matsue (Matsue-Ohashi) ein Menschenopfer dargebracht worden sein, indem während der Errichtung der Brücke unter ihrem mittleren Pfeiler ein Mann bei lebendigem Leibe begraben wurde, um die Flussgeister zu besänftigen. Wer die Gespenstergeschichten von Koizumi Yakumo liest und die entsprechenden Gegenden in San’in besucht, sieht letztere womöglich mit anderen Augen, nämlich als faszinierende, von Geistern heimgesuchte Orte, die so manchem eine wohlige Gänsehaut machen und kalte Schauer über den Rücken jagen.

Lafcadio Hearn Memorial Museum (Hier klicken)


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