Kagura

Kabuki

kein Kabuki
Ohne Kagura

Kabuki ist weltweit als eine japanische Schauspielkunst bekannt. In der Edo-Zeit (17. Jahrhundert bis Mitte des 19. Jahrhunderts) entwickelte sich Kabuki zu einer der verbreitsten Formen öffentlicher Unterhaltung in den Städten. Doch bei aller Berühmtheit heutzutage fragt man sich, wo die eigentlichen Ursprünge des Kabuki liegen.


Es ist allgemein bekannt, dass Kabuki nur von Männern aufgeführt wird. Die fundamentale japanische Eigenart, auch dem kleinsten Detail besondere Aufmerksamkeit zu widmen, verdichtet sich geradezu in den Gesten und Bewegungen der Kabuki-Darsteller, wenn sie Frauenrollen spielen. Aber auch wenn die Welt des Kabuki von Männern dominiert wird, muss man wissen, dass seine Wurzeln, ein Tanzstil namens kabuki-odori, auf eine Frau zurückgehen.


Der Name dieser Frau war Okuni. Sie war ein Schrein-Mädchen im Großschrein von Izumo, was ungefähr der Stellung einer Nonne in der Kirche entspricht. Okuni reiste in die verschiedenen Regionen Japans, um Spendengelder für den Schrein zu sammeln, und in dem Bemühen, so viele Menschen wie möglich an einem Ort zu versammeln, organisierte Sie Vorführungen von kagura-Tänzen. Diese Aufführungen wurden immer beliebter und führten schließlich zur Gründung einer Schauspieltruppe, die sich in Edo (dem heutigen Tokio) etablierte. Es gibt in ganz Japan Beispiele für traditionelle Tänze wie kagura, die den Göttern als Gabe dargeboten wurden, doch Okuni war die erste Person, der es gelang, Aufführungen traditioneller Kunstformen für das Sammeln von Spendengeldern zu organisieren.


Nur kurze Zeit nach dieser Entwicklung untersagte das Shogunat Frauen das Tanzen auf der Bühne, und Okuni musste nach Izumo zurückkehren. Um nun die Popularität des Kabuki beim Publikum aufrechtzuerhalten, begannen die männlichen Darsteller anderer Kabuki-Gruppen, die in Edo geblieben waren, ihre Bewegungen und Ausdrucksformen zu verfeinern, damit sie die Frauenrollen überzeugend ausführen konnten. Nachdem Okuni und die übrigen Darstellerinnen ihrer Gruppe den Zweck des Spendensammelns für den Schrein erfüllt hatten, brachten sie die Tänze und Inszenierungen, die sie sich auf ihren Reisen durch das Land angeeignet hatten, mit nach Hause und begannen, sie als Gabe an ihre lokalen Götter aufzuführen. Diese uneingeschränkten, frei fließenden Ausdrucksformen sind noch heute Bestandteil des Tanzes.


In vielen Gegenden Japans werden Tänze nur ein- oder zweimal im Jahr zu ganz besonderen Anlässen aufgeführt, doch wirklich interessant ist die Tatsache, dass kagura eigentlich jede Woche irgendwo in SAN’IN aufgeführt wird und die Zuschauer dabei immer wieder aufs Neue verzaubert sind. Wer weiß? Vielleicht liegt es am Einfluss Okunis und ihrem Engagement für  kagura als eine Art, den Göttern zu dienen. 


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